Ausstellung im Rathaus Icking, April bis Juni 2012

Landschaften · Stillleben · Zeitbilder

 

Zeitbilder: 2011 war das Jahr unerhörter, unerwarteter Nachrichten aus fernen Ländern, weit weg und doch penetrant den Einfluss auf unsere europäische Zukunft behauptend: seltsam schöne Bilder aus Japan von explodierenden Atomkraftwerken - dabei nicht sichtbar die grausame Realität des Supergaus, die bestätigt, was wir nicht wahrhaben wollten: Was passieren kann, wird passieren.

 

Ich wollte sehen, was geschieht, wenn ich die flüchtigen Bilder in meiner Weise umsetze, wenn z.B. "Fukushima" im Rathaus hängt, wo die Folgen der Energiewende erarbeitet werden müssen.

Und plötzlich Fukushima

Von Barbara Szymanski / aus Süddeutscher Zeitung vom 30.04.2012

Stillleben, Landschaften, Blumen - und plötzlich Fukushima. Die Ickinger Malerin Reinhild Stötzel nennt solche Motive in ihrer Ausstellung im Ickinger Rathaus "Zeitbilder". Denn wenn sie Zeitung liest und die starken Bilder sieht von bedrohlichen Ereignissen, gibt es einen inneren Drang, das umzusetzen in Malerei - reine Malerei. Fukushima also und der Augenblick der Explosion von Block 3 des Kernkraftwerks in Japan und seinen unabsehbaren Folgen.

Es ist nennoch ein schönes Ölbild. Fast deliziös gemalt mit feinen Strichen. Nicht so konsequent und wirbelnd wie van Gogh, sondern dinglicher, zarter und nur senkrecht und ineinanderfließend. Das erzeugt Plastizität, Ausgewogenheit und eine feine Modulation mit wenigen gezielten Farbwerten. Das Meer bei diesem kleinen Zeitbild ist aufgewühlt, der Himmel blau. Nur wenige rote Striche brechen die Idylle und weisen auf apokalyptisches Feuer hin. (...)

Jetzt hat Reinhild Stötzel Muße, ihre Liebeserklärungen ans Oberland zu malen oder Stillleben zu komponieren. Wie das Diptychon von riesigen Früchten, in der von ihr entwickelten Vertikaltechnik gemalt. Sie arbeitet den Samt von Pfirsichen heraus oder den feinen Glanz auf Birnenschalen - mit der Ausstahlung von kreatürlicher Versunkenheit und zeitloser Schönheit.

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Artikel aus dem Münchner Merkur vom 02.05.2012:
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